Warum deine Website keine Kunden bringt: 9 typische Fehler

Du hast eine Website, sie sieht ordentlich aus – aber die Anfragen bleiben aus. Das ist kein Einzelfall. Bei Handwerkern, Coaches und Therapeuten sehe ich das regelmäßig: Die Website ist da, aber sie arbeitet nicht.
Meistens liegt es nicht am Design. Es sind ein paar konkrete Fehler, die sich immer wieder wiederholen. Hier sind die neun, die ich am häufigsten sehe.
Fehler 1: Alle Leistungen auf einer einzigen Seite
Das ist der Fehler, den ich am häufigsten sehe – und er kostet am meisten.
Klempner, Rohrreinigung, Heizungswartung, Reparatur – alles auf einer Seite zusammengewürfelt. Verständlich, denn es spart Arbeit. Aber für Google ist das ein Problem, weil jede dieser Leistungen eine andere Suchintention hat. Wer “Rohrreinigung Hamburg” googelt, hat meist einen akuten Notfall. Wer “Heizungswartung Hamburg” sucht, plant vorausschauend. Eine einzige Seite kann beiden Suchanfragen nicht gerecht werden.
Die Lösung: Eine eigene Seite pro Leistung, nach dem Muster “Service + Ort”. Elektriker Hamburg. Rohrreinigung Hamburg. Heizungswartung Hamburg. Jede Seite zielt auf eine konkrete Suchanfrage – und hat damit eine echte Chance zu ranken.
Das gilt übrigens genauso für Coaches und Therapeuten: “Business Coaching Hamburg” und “Führungskräfte Coaching Hamburg” sind verschiedene Suchanfragen mit verschiedenen Zielgruppen.
Fehler 2: Keine H1-Überschrift mit Keyword
Google liest die H1-Überschrift als wichtigstes Signal auf einer Seite: Worum geht es hier eigentlich?
Ein klassischer Fehler: “Willkommen bei Mustermann GmbH” oder einfach “Herzlich Willkommen” als H1. Das sagt Google gar nichts – und kostet dich Sichtbarkeit, die du eigentlich schon haben könntest.
Die Lösung: Die H1 muss das Keyword enthalten, also die Leistung und den Ort. Zum Beispiel “Elektriker in Hamburg – schnell und zuverlässig” oder “Business Coaching Hamburg für Selbständige”. Zwei Minuten Arbeit, direkter Effekt auf die Sichtbarkeit.
Fehler 3: Bildnamen wie image_34fgd3.jpg
Schau dir mal die Bildnamen in deiner Mediathek an. Stehen da Dinge wie image_34fgd3.jpg, DSC_00142.jpg oder photo_neu_final_v2.jpg?
Google liest Dateinamen. Und das sagt: nichts.
Ein guter Bildname sieht so aus: “elektriker-hamburg-schaltkasten.jpg”. Google versteht dann sofort, was auf dem Bild zu sehen ist – und wofür die Seite relevant ist. Dazu noch den Alt-Text setzen, und du hast mit zwei Minuten Arbeit einen echten SEO-Vorteil.
Fehler 4: Handy-Fotos direkt hochladen
Ein Foto frisch aus der Handykamera hat schnell 5-6 MB. Das klingt erstmal nach nicht viel – aber auf einer Website kann diese eine Datei deine gesamte Ladezeit ruinieren. Und das merkst du meistens erst, wenn es zu spät ist.
Laut Google steigt die Absprungrate um 32 %, wenn eine Seite von 1 auf 3 Sekunden Ladezeit kommt. Bei 10 Sekunden sind es sogar 123 %. Ein unkomprimiertes Handy-Foto ist dabei oft der Hauptschuldige.
Die Lösung: Bilder vor dem Upload komprimieren. Ich nutze dafür Squoosh – kostenlos, direkt im Browser, kein Programm nötig. TinyPNG geht auch. Faustregel: Kein Bild auf der Website sollte größer als 150-200 KB sein.
Fehler 5: “Wir machen das und das” – kein Kundennutzen
Schau dir mal den ersten Satz auf deiner Startseite an. Steht da etwas wie “Wir sind seit 20 Jahren im Bereich Haustechnik tätig und bieten umfassende Leistungen an”?
Der Besucher denkt: Und? Was habe ich davon?
Das ist der klassische Fehler – Texte aus der Anbieterperspektive, nicht aus der Kundenperspektive. Es geht darum, was das Unternehmen alles kann, aber nicht darum, welches Problem es löst. Dabei ist genau das die Frage, die sich jeder Besucher stellt: “Löst das mein Problem?” Wenn die Antwort nicht sofort klar ist, klickt er weiter.
Die Lösung: Vom Problem des Kunden aus schreiben. Nicht “Wir reparieren Heizungen” – sondern “Keine Heizung im Winter? Wir sind in 2 Stunden da.” Das gilt für Handwerker genauso wie für Coaches und Therapeuten.
Fehler 6: Kein Google-Business-Profil
Wer lokal gefunden werden will – als Handwerker, Therapeut oder Coach mit lokalem Einzugsgebiet – kommt an einem vollständigen Google-Business-Profil nicht vorbei. Ohne GBP taucht ein Betrieb in der Kartenansicht gar nicht auf, also genau dort, wo viele Kunden zuerst suchen.
Das passiert regelmäßig: Das Profil wurde irgendwann angefangen und dann vergessen – mit veralteten Öffnungszeiten, fehlenden Leistungen, keinen Fotos. Oder es wurde nie angelegt.
Die Lösung: Profil vollständig ausfüllen, verifizieren und regelmäßig pflegen. Wie das konkret geht, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber zu Local SEO.
Fehler 7: Zu viele Optionen, kein klarer CTA
Telefon, WhatsApp, Kontaktformular, E-Mail, Terminbuchung, Rückrufservice – alles gleichzeitig sichtbar, alle gleich groß, alle gleich wichtig. Das klingt nach gutem Service, ist aber oft das Gegenteil.
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und wählt am Ende gar nichts.
Die Lösung: Ein primärer Call-to-Action pro Seite. Entscheide für deine Besucher – welcher Kontaktweg ist für deinen Betrieb am besten? Telefon? Dann mach das zum klaren, sichtbaren Hauptweg. Den Rest kannst du anbieten, aber kleiner und sekundär.
Fehler 8: Animationen, die niemand braucht
Ein Kunde landet auf deiner Seite. Beim Scrollen fliegt jeder Abschnitt rein, Texte tippen sich auf, ein Button dreht sich. Sieht aufwendig aus – lädt aber langsam und lenkt vom eigentlichen Inhalt ab.
Google misst, wie schnell und stabil eine Seite aufgebaut wird – das nennt sich Core Web Vitals. Animationen sind dabei oft der Hauptschuldige für schlechte Werte, was sich direkt auf das Ranking auswirkt.
Meine Empfehlung: Was nichts zur Nutzerführung beiträgt, kann weg. Eine klare, schnelle Seite bringt mehr Anfragen als eine animierte, langsame.
Fehler 9: Meta Title und Meta Description werden vergessen
Das ist einer der häufigsten Fehler überhaupt – und gleichzeitig einer der einfachsten Hebel.
Der Meta Title ist der klickbare blaue Titel, den du in den Google-Suchergebnissen siehst. Die Meta Description ist der Text darunter. Beide entscheiden darüber, ob jemand auf deinen Eintrag klickt – oder auf den des Mitbewerbers.
Bei fast jedem Kunden, der neu zu mir kommt, sind diese Felder leer oder automatisch befüllt. WordPress generiert dann selbst etwas, oft einen abgeschnittenen Anfang des Seiteninhalts. Das sieht unprofessionell aus und kostet Klicks, die du eigentlich schon hättest haben können.
💡 Praktischer Tipp: Wenn du WordPress nutzt, brauchst du ein SEO-Plugin. Ich setze auf SEOPress – damit kannst du für jede Seite einen eigenen Meta Title und eine eigene Meta Description schreiben. Wer gerade am Anfang ist, dem empfehle ich Rank Math – übersichtlicher als Yoast und schlanker in der Ausführung.
Der Meta Title sollte das Keyword enthalten und Lust aufs Klicken machen. Die Meta Description erklärt in 1-2 Sätzen, was den Besucher auf der Seite erwartet.
Diese Fehler selbst prüfen – so gehst du vor
Du musst das nicht alles auf einmal angehen. Aber du kannst heute in 15 Minuten einen ersten Check machen:
- H1 prüfen: Jede wichtige Seite öffnen, Rechtsklick – “Seitenquelltext” – nach
<h1> suchen. Steht da dein Keyword? - Meta Title prüfen: Deine Website bei Google suchen. Was steht in den blauen Titeln?
- Ladezeit testen: Google PageSpeed Insights – deine URL eingeben, Ergebnis abwarten.
- GBP prüfen: Deinen Betriebsnamen bei Google suchen. Taucht das Profil auf?
- Bildgrößen prüfen: Im Browser F12 drücken – Reiter “Netzwerk” – Seite neu laden – nach großen Bilddateien suchen.
👉 Wer einen vollständigen Check möchte, kann sich auch meine Website-Analyse anschauen.
Fazit
Ich habe noch keine Website gesehen, die keinen dieser Fehler hatte – inklusive meiner eigenen. Das ist normal am Anfang. Das Gute daran: Die meisten Stolpersteine lassen sich schnell beheben, ohne dass du alles auf einmal anfassen musst.
Fang mit dem an, was dir beim Lesen am deutlichsten aufgefallen ist. Meistens ist das der Meta Title, das fehlende GBP oder die Bilder.
Einfach anfangen.